Valprato Sacairi (area attrezzata) - Chiesale

Merkmale
Startpunkt: 
Valprato, area attrezzata Sacairi
Starthöhe: 
1120 m
Ziel: 
Chiesale
Zielhöhe: 
1172 m
Wegweiser: 
632
Höhenmeter: 
52 m
Länge: 
410 m
Schwierigkeitsgrad: 
T - touristische Wanderung - Siehe Schwierigkeitsskala
Laufzeit: 
Hinweg: 0 h 10 min - Rückweg: 0 h 05 min
Herunterladen
GPS-Track: 
Anhänge: 
Stützpunkte: 

Anfahrt

Man erreicht den Picknickplatz („Area attrezzata“) von Valprato Soana gleich nach Überquerung des Campiglia-Baches auf der Provinzstrasse SP48, die das Piamprato-Tal hinaufsteigt.

Beschreibung

Die Route beginnt am Picknickplatz über den alten Pfad, der seitlich von Trockenmauerwerken umgeben ist; diese wurden früher sorgfältig und mühevoll längs der die Talsohle durchquerenden Saumpfad-Abschnitte von Hand angefertigt, um die Herden während des Auftriebs zusammenzuhalten und zugleich die Weiden von Steinen zu befreien, damit sie ertragreicher wurden.

Am Anfang des Pfades steht eine der zahlreichen Votivsäulen, die längs der Wege zu finden; sie erinnern an dem tief verwurzelten Glauben der Bergbevölkerung oder auch an nach einer überstandenen Gefahr abgelegte Gelübde.

 

Der Weg steigt den Eingang des Campiglia-Seitentales linksseitig auf und durchquert einen lichten Wald, der mittlerweile fast vollständig die früheren Wiesen und Felder verdrängt hat.

Man erreicht die Ortschaft Chiesale (der Name soll vom französischen “chezal” abgeleitet sein, das ist ein Bauernhaus oder auch eine Ansammlung von solchen Häusern. Siehe: G. Bertotti, A. Paviolo, A. Rossebastiano, Le Valli Orco e Soana – Note sui nomi delle località, torrenti e montagne delle Valli Orco e Soana e sul loro significato, 1994) und durchquert sie längs einer engen Gasse, an der mehrstöckige Häuser stehen, die in den vergangenen Jahrhunderten als Wohn- und Wirtschaftsgebäude (Ställe, Heuschuppen, Lager usw.) genutzt wurden. Im Obergeschoss befand sich früher der Wohnbereich der allgemein sehr großen Familien. Eine Besonderheit dieser Ortschaften, die auch in anderen Berggebieten zu finden ist, ist die Höhe der Gebäude, um den „Verbrauch“ des Bodens so niedrig wie möglich zu halten (diese Einstellung ist erst heute im Bereich der Ortsplanung wieder aktuell geworden!), da der Boden von der Bergbevölkerung früher als ein sehr wertvolles Gut eingestuft wurde und man dementsprechend sparsam damit umgehen musste. Die typischen Gebäude sehen demnach in den fast immer als Kellergeschoss gegen die steilen Hänge erbauten Untergeschossen die Wirtschaftsräume vor, während sich der Wohnbereich in den trockeneren Obergeschossen befand.

 

 

In jüngerer Zeit haben fast alle Gebäude ihre frühere Funktion als Bauernhof verloren; sie wurden in Wohnungen umgestaltet, die fast immer nur während der Sommerferien genutzt werden. Dabei gingen zuweilen durch den Umbau die architektonischen Besonderheiten oder die Details verloren, die diese Berghäuser zierten (Balkone aus ungehobeltem Holz, Steinplattendächer, Stein- und Kalkmauern, Fenstergitter und Geländer aus handgeschmiedetem Eisen usw.) und sie wurden durch banale, allgemein im Hausbau verwendete Elemente ersetzt.

Es sind noch einige Gebäude im Originalzustand erhalten, die wertvolle Zeugen der volkstümlichen Handwerkskunst sind, die das einfache, in diesen unzugänglichen Tälern erhältliche Material (Stein und Holz) verwendete, um zweckmäßige und zugleich architektonisch hochwertige Gebäude zu errichten.

 

 

Im Foto sieht man ein Gebäude des Bautyps “Rascard”, das typisch für die von Walsern bewohnten Gebiete des Aosta-Tals ist und von dem im Soana-Tal einige Beispiele erhalten sind; sie zeugen von den engen Beziehungen, die früher zwischen der hiesigen Bevölkerung und der im Cogne-Tal (Seitental des Aosta-Tales) lebenden bestanden.